Feldforschung

 

Grabung_Petra_1PetraDie antike Stadt Petra, Zentrum des Nabatäerreichs, zeichnet sich durch ihre besondere naturräumliche Lage und außergewöhnliche kulturelle Rahmenbedingungen aus. Ihre Architektur und Topographie spiegelt eindrucksvoll die Transformationsprozesse einer ursprünglich nomadisch geprägten Gesellschaft, die durch den Zuwachs an wirtschaftlicher wie politischer Bedeutung einen grundsätzlichen Wandel erfuhr. Vor diesem Hintergrund bietet eine siedlungstopographische Analyse des Stadtzentrums einen wichtigen Ansatzpunkt zur Beschreibung und Deutung der urbanistischen Entwicklung. Ein bedeutsames Areal, das sich durch seine Nähe zu wichtigen Gebäuden der Stadt und eine exponierte Lage auszeichnet, findet sich südlich der Säulenstraße, die als bestimmende Achse das Zentrum der Stadt strukturiert.
SyrienAbb3KopieGriechisch-römische Marmorplastik aus SyrienSyrien, eine der reichsten kaiserlichen Provinzen des Römischen Reiches, ist hinsichtlich seiner lokalen Skulpturenproduktionen in der südlichen Basaltzone, in der palmyrenischen Oase und am Oberlauf des Euphrat relativ gut erforscht. In Gegensatz dazu – und vor allem auch im Vergleich zu anderen Provinzen des Imperium Romanum – mangelt es an einer adäquaten Vorlage der aus dem Mittelmeerraum importierten oder am Ort geschaffenen Bildkunst aus Marmor. Diese wichtige Denkmälergruppe ist jedoch für die Klärung des Transfers griechisch-römischer Bildmotive in die lokal-orientalische Kunst von grundlegender Relevanz. Dabei gingen mit der Rezeption neue Bedeutungszuweisungen und formale Transformationen einher, die jeweils eine eingehende Betrachtung verlangen.
Asyut Logo_neu"The Asyut-Project". Feldarbeit in MittelägyptenDie Stadt Assiut, 375 km südlich von Kairo in Mittelägypten gelegen, blickt auf eine mindestens 4200 jährige Geschichte zurück. Als Mündungspunkt des bis Darfur im Sudan führenden Wüstenweges Darb al-Arbain und als Grenze zwischen nördlichem und südlichem Ägypten widerfuhr der Stadt in der Antike ein wechselndes Schicksal: Besonderen kulturellen Hervorbringungen auf der einen Seite stehen mehrfache Plünderungen und Zerstörungen durch Kriege und Razzien auf der anderen Seite gegenüber. Wenngleich die antike Siedlung heute wohl unwiederbringlich unter der modernen Stadt verschwunden zu sein scheint, so liefert die antike Nekropole zahlreiche Informationen über Assiut. Im Westen der Stadt steigt der Gräberberg am Rande des Wüstengebirges bis auf ungefähr 200 m über dem Meeresspiegel an. Über Tausend in den Fels gehauene Gräber aus der Zeit vom Alten Reich bis in die römische Epoche geben wertvolle Informationen zur Geschichte der Stadt und des Gräberberges.
DSC_0326"Dayr al-Barsha": Die Gräber des Nefri, Gua, Sepi I–III und SeniDas im Rahmen des Dayr al-Barsha Projects der KU Leuven angelegte Projekt umfasst die Freilegung, Dokumentation und Publikation der in Zone 2 von Dayr el-Barsha gelegenen fünf Schachtgräber, u.a. von Nefri, Gua, Sepi I-III und Seni.
Kooperation zwischen Tanja Pommerening (JGU Mainz) und Harco Willems (KU Leuven).
Archäologische und geophysikalische Untersuchungen im Bereich der bronzezeitlichen und römischen Fundstelle "Burgstall" auf dem Schlern (Südtirol, Italien)Das Bergmassiv des Schlern, 15 km östlich von Bozen, erreicht mit dem Gipfel „Petz“ eine Höhe von 2.563 m NN. Der Schlern ist im Gegensatz zu anderen Dolomitengipfeln von eher sanfter Gestalt, da ihn oberhalb seiner steilen Felsflanken eine plateauartige Gipfelfläche kennzeichnet. Rund 700 m nördlich seines Gipfels befindet sich am Rand steiler Felsabstürze der sog. „Burgstall“, eine natürliche Felserhebung des anstehenden mitteltriadischen Hauptdolomits in 2.515 m NN. Im Sommer 1945 wurde dort bei einer archäologischen Begehung mit anschließender Sondagegrabung ein etwa 50 cm starkes Schichtenpaket aus Asche, kalzinierten Knochen und Keramik angetroffen. Analog zu vielen vergleichbaren Fundstellen konnte der „Burgstall“ als sog. Brandopferplatz angesprochen werden. Grabungen in den Folgejahren ergaben auch römische Funde. In den nächsten Jahrzehnten kam es im Bereich des archäologischen Denkmals immer wieder zu Raubgrabungen
DörnbergSeit Ende 2007 führt das Institut ein landschaftsarchäologisches Projekt im Umfeld des Dörnbergs durch. Maßgeblich finanziert durch den Landkreis Kassel finden die Arbeiten in Kooperation mit dem Regionalmuseum Wolfhagen (Dr. Sven-Hinrich Siemers) und der hessischen Landesarchäologie (Dr. Klaus Sippel) statt. Mit Hilfe zerstörungsfreier und zerstörungsarmer Prospektionsmethoden sollen neue Erkenntnisse zu Besiedlung und Chronologie des Dörnbergs selbst, aber auch dessen Umgebung erzielt werden. Die Verknüpfung vorhandener Informationen und neu gewonnener Erkenntnisse in einem GIS sollen darüber hinaus helfen, die Genese der Kulturlandschaft zu beschreiben und zu verstehen.
Untersuchungen eisenzeitlicher Gräberfelder und deren Umfeld in SüdhessenIn der Umgebung von Groß-Gerau-Wallerstädten ist eine große Anzahl von Tumuli und Grabhügelgruppen bekannt geworden. Teilweise sind die Hügel noch im Gelände erkennbar, teilweise sind sie lediglich aus Luftbildern bekannt. An herausragenden Funden – allerdings ohne Kontext – sind aus dieser Region ein goldener Fingerring aus dem nahen Trebur und eine bronzene Maskenfibel zu erwähnen, welche die Existenz einer frühlatènezeitlichen Elite belegen. 1931 wurde im Zuge der Anlegung eines Wassergrabens ein Grabhügel ausgegraben, der vier Bestattungen enthielt. Im Rahmen des Projektes wurden Feldbegehungen, geophysikalische Messungen und mikrotopographische Geländeaufnahmen durchgeführt, um Anhaltspunkte für die Datierung der Tumuli zu gewinnen und die Erhaltungsbedingungen zu dokumentieren. Dabei konnte ein weiterer, bislang unbekannter Grabhügel entdeckt werden. Aufgrund der Bodenzusammensetzung sind allerdings Befunde im Magnetikbild nur sehr schlecht erkennbar.
Haft TappehHaft Tapeh (Iran)In den sechziger Jahren stieß ein Bulldozer einer Zuckerrohrfabrik bei dem Bau einer Straße auf das aus Backsteinen gebaute Gewölbe einer Gruft. Daraufhin beschloss die iranische Antikenverwaltung diese Stelle zu untersuchen. Im Herbst 1965 begann die Aus-grabung unter der Leitung von E. Negahban, die dann über mehrere Kampagnen bis 1978 weitergeführt wurde (E. Negahban, 1991). Seit 2001 wurde erneut ein Projekt für die Restaurierungsmaßnahmen in Haft Tappeh durch die „Iranian Cultural Heritage Organisation“ finanziert. Die archäologischen Untersuchungen werden von B. Mofidi-Nasrabadi geleitet. Im Winter 2004 wurde ein Memorandum zwischen der „Iranian Cultural Heritage and Tourism Oragnisation“ und dem Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für weitere archäologische Untersuchungen in Haft Tappeh unterzeichnet. Das Projekt wird von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) finanziert.