Rezeption der Antike

 

ÄgyptenrezptionMainzer Forschungen zur ÄgyptenrezeptionEine erste Welle der Ägyptomanie gab es bereits im antiken Rom, wo sich vor allem der Isis-Kult verbreitete, ägyptisierende Gräber errichtet wurden und ägyptische Motive die Wandmalerei und Mosaikkunst der Kaiserzeit beeinflussten.

Für das 15. Jahrhundert lässt sich erneut ein vermehrtes Interesse an Ägypten nachweisen. Die Begeisterung galt den Hieroglyphen, ihrer Interpretation und Entzifferung.

Die Renaissance wird als die erste Phase der Rezeptionsgeschichte Ägyptens und als Goldenes Zeitalter der Ägyptophilie bezeichnet. Um 1600 rückte Ägypten v. a. bei Forschern, die sich der Alchemie und der Astrologie widmeten, in den Mittelpunkt. Das Land am Nil galt als Ursprung der geheimen Wissenschaften.

Die Begeisterung für Ägypten und die Auseinandersetzung mit der ägyptischen Kunst nahmen weiterhin beständig zu und erlebten ihren ersten Höhepunkt nach dem Ägyptenfeldzug Napoleons 1798/99. Zentral dürfte neben der Expedition Napoleons die Entzifferung der Hieroglyphen durch Jean-François Champollion im Jahre 1822 gewesen sein, durch die die Ägyptomanie erneut entfacht wurde.

Im 20. Jahrhundert entdeckte sehr schnell auch das noch junge Medium Film das Alte Ägypten für sich. Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Tal der Könige im November 1922 durch Howard Carter löste weltweit eine neue Welle der Ägyptomanie aus und hatte nicht nur auf die bildenden Künste einen großen Einfluss.

Auch das Interesse der Filmwirtschaft am Alten Ägypten und speziell an Tutanchamun war enorm. Am häufigsten filmisch inszeniert wurden jedoch Mumien sowie das Leben von Kleopatra VII.
DaresDictys_TBFrühneuzeitliche AntikenübersetzungenIm fächer- und universitätenübergreifenden Austausch untersucht das DFG-Netzwerk "Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450-1620)" sprachliche, narrative und gattungsspezifische Aspekte der volkssprachlichen Übersetzungen antiker Texte, die im 15. und 16. Jahrhundert entstanden sind und die für die Ausdifferenzierung der deutschen Literatursprache und -produktion in der Frühen Neuzeit von besonderer Bedeutung waren. Das Netzwerk wird geleitet von Dr. J. K. Kipf (München) und PD Dr. R. Toepfer (Braunschweig), dem Kreis der Mitglieder zugehörig ist Prof. Dr. M. Gindhart.

Am 19./20. Februar 2016 veranstaltete das Mainzer GRK 1876 "Frühe Konzepte von Mensch und Natur" in Kooperation mit dem Netzwerk den Workshop "Wissen von Mensch und Natur. Tradierung, Aktualisierung und Vermittlung in frühneuzeitlichen Übersetzungen" (Organisation: M. Gindhart).
9783412503307Frühneuzeitliche DisputationenDie frühneuzeitliche Disputationskultur steht im Zentrum der Kooperation des Paradigma Alte Welt mit der von Dr. H. Marti geleiteten Schweizer Arbeitsstelle für Kulturwissenschaftliche Forschungen. Ein laufendes, drittmittelgefördertes Projekt widmet sich Disputationen aus den Bereichen Rhetorik, Poetik und Ästhetik, die im 18. Jahrhundert an der Universität Basel verteidigt wurden. Ihre Erschließung bietet eine einmalige Gelegenheit, sich diesem für Basel unterrichtsgeschichtlich kaum erforschten Zeitraum anzunähern und über Bündel an pro-cathedra-Disputationen Einblicke in die Besetzungspraxis sowie in die von den Bewerbern ausgewählten Themen und vertretenen Thesen zu gewinnen und dabei das Verhältnis von antikem und 'modernem' Wissen zu untersuchen.

Aktuelle Publikation: Gindhart, Marion / Marti, Hanspeter / Seidel, Robert (Hrsgg.), Frühneuzeitliche Disputationen. Polyvalente Produktionsapparate gelehrten Wissens, Köln u.a. 2016.
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