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Neues Graduiertenkolleg bewilligt

Zum 1. Oktober 2018 wird an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz ein neues geisteswissenschaftliches Graduiertenkolleg eingerichtet. Die DFG bewilligte in ihrer Mai-Sitzung das interdisziplinäre GRK 2304  „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen: Austausch, Abgrenzung und Rezeption“, an dem insgesamt 12 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen historischen, archäologischen und theologischen Fächern sowie der Musikwissenschaft beteiligt sind, die von der Antike bis zur Frühen Neuzeit forschen. Sprecher ist der Byzantinist Johannes Pahlitzsch, stellvertretende Sprecherin die Kirchenhistorikerin Heike Grieser.  Im GRK sollen die Wechselbeziehungen zwischen dem Byzantinischen Reich und seinen  Nachbarn und Konkurrenten erstmals aus einer transkulturellen Perspektive untersucht werden, nicht nur anhand von Formen und Praktiken des Krieges, sondern auch mithilfe der sich auf den Krieg beziehenden Normen, Deutungen, Sinnzuschreibungen und Reflexionen.

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„Fake News haben Tradition. Zur Generierung falscher Nachrichten in Schrift und Bild (nicht nur) in der Antike“

Studentische Ausstellung:vom 2. Mai bis 7. Juni

in der Schule des Sehens  weitere Infos

fake news haben im Zuge jüngerer politischer Entwicklungen dank modernster Medien einen eigenen gesellschaftlichen Stellenwert bekommen. Studierende der Fächer Altorientalistik, Evangelische Theologie und Klassische Archäologie haben sich des Themas angenommen.
Ergebnis ist eine Ausstellung, die zeigt, dass fake news keine Erfindung der Moderne sind. Dies wird durch Schriften und Artefakte veranschaulicht. Unsere Exponate reichen von Babel bis Rom, von der Bibel bis zur Akropolis.

Wir beantworten die Fragen, wie man antike fake news erkennt, in welchen Zusammenhängen sie entstanden sind und mit welcher Absicht sie eingesetzt wurden. Dadurch liegt besonderes Augenmerk auf kultur- und/oder zeitübergreifenden Ge-meinsamkeiten und Unterschieden.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Themenbereiche:

• Antikes Photoshopping
• Alternative Fakten
• fake news als Kampfbegriff
• konstruierte Tradition

 

Ausstellungseröffnung ist am am 2. Mai um 18:00 Uhr

mit einem Vortrag von Prof. Dr. Tanjev Schultz (Mainz)

"Alles fake? Zur Geschichte von Wahrheit und Täuschung in der öffentlichen Kommunikation und im Journalismus"

Philosophicum, P3 weitere Infos

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.ao.altertumswissenschaften.uni-mainz.de/2017/07/31/1462/ oder www.facebook.com/fakenewshabentradition/.

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Schulprojekte / MANUS

Schulprojekte MANUS

Die Kooperation mit Schulen ist bereits seit Längerem ein besonderes Anliegen des Instituts für Altertumswissenschaften. Daher wurde 2016 das Mainzer Altertumswissenschaftliche Netzwerk Universität Schule (MANUS) gegründet.

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Ergebnisse aktueller altertumswissenschaftlicher Forschung sinnvoll in den Schulunterricht zu integrieren und so den Wissenstransfer zwischen Universität und Schule zu fördern. Im Mittelpunkt stehen die frühesten Hochkulturen der Menschheit: das Alte Ägypten, der Alte Orient und die Klassische Antike (Griechenland und Rom). Thematisch ergeben sich Berührungspunkte mit diversen Wissenschaftsdisziplinen von der Archäologie über die Philologie bis hin zur Kulturwissenschaft.

Durch unterschiedliche Methoden (Einsatz der Lehrsammlungen, Stationenarbeit etc.) werden die Schülerinnen und Schüler mit den materiellen Hinterlassenschaften und der Bildwelt alter Kulturen sowie mit ihrer Geschichte, ihren verschiedenen Sprachen und Schriftsystemen vertraut gemacht.

Mehr Informationen zu den einzelnen Schulprojekten und den jeweiligen Ansprechpartner/inne/n finden Sie unter den folgenden Links:

Ägyptologie macht Schule [https://www.aegyptologie.uni-mainz.de/aegyptologie-macht-schule/]

Schulprojekte der Klassischen Archäologie mit Einbindung der Lehrsammlung [http://www.klassische-archaeologie.uni-mainz.de/748.php]

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Grabungen am Trierer Amphitheater erstmals komplett dokumentiert

 

Aufarbeitung von Altgrabungen gewinnt immer mehr an Bedeutung – Grundlagenforschung der Universitäten legt Basis für Erhalt des kulturellen Erbes

Es ist eines der ältesten Ausgrabungsobjekte in Deutschland: das römische Amphithea-ter in Trier, seit 1986 ein Monument des UNESCO-Weltkulturerbes Trier. Das Amphitheater wurde im späten 2. Jahrhundert n.Chr. von den Römern als Kampf- und Hinrichtungsstätte gebaut und bot Platz für etwa 18.000 Zuschauer. Mit dem Ende des Römischen Reichs setzte der Verfall ein, die Arena wurde im Mittelalter als Steinbruch und später für Weinbau genutzt. 1816 begannen die ersten Ausgrabungen und in der Folge auch Restaurierungsarbeiten, die nicht immer dem Original entsprachen. Was genau im Trierer Amphitheater zu welcher Zeit ausgegraben und erforscht wurde, ist nun in der neuen Buchveröffentlichung „Amphitheater Trier I. Ausgrabungen und Forschungen 1816-1996“ im Detail erfasst. Erstmalig werden zu einem Monument des UNESCO-Weltkulturerbes Trier alle archäologischen Ausgrabungen dokumentiert und ausgewertet und dazu die gesamte Grabungsdokumentation der Jahre 1816 bis 1996 vorgelegt.

ausführliche Informationen finden sie hier

und auf der Seite des Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening neue Direktorin des GNK

Tanja Pommerening ist zur neuen Direktorin des Gutenberg Nachwuchskollegs gewählt
Die zentrale Einrichtung zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses der JGU geht mit neuer Führung in die kommenden drei Jahre

Weitere Information finden Sie hier

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3sat nano: TV-Beitrag zur Gräzistik an der JGU Mainz

 

Im Rahmen einer Sendung, die die "kleinen Fächer" der deutschen Universitäten vorstellt, hat der TV-Sender 3sat die Gräzistik als Studienfach vorgestellt. Der Beitrag, der an der Gräzistik der Universität Mainz entstanden ist, kann hier eingesehen werden."

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Leitungskollegium

 

Das Institut wird durch eine kollegiale Leitung geführt, die sich folgendermaßen zusammensetzt:

  • 11 Professorinnen und Professoren
  • 4 Studierende
  • 4 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 1 nicht-wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter

Die Geschäftsführende Leitung übernimmt jeweils eine/r der Professorinnen und Professoren für die Dauer eines Jahres.

Aktuell gehören dem Leitungskollegium folgende Mitglieder an:

Gruppe 1:

  • Prof. Dr. Jochen Althoff
  • Prof. Dr. Wilhelm Blümer
  • Prof. Dr. Heide Frielinghaus
  • Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser
  • Prof. Dr. Detlev Kreikenbom
  • Prof. Dr. Christopher Pare
  • Prof. Dr. Tanja Pommerening
  • Prof. Dr. Doris Prechel
  • Prof. Dr. Alexander Pruß
  • Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen
  • Prof. Dr. Christine Walde

Gruppe 2:

  • Jannik Piroth
  • Lea Sinan
  • Nina Termin
  • Adrian Weiss

Gruppe 3:

  • Dr. Nadine Gräßler
  • Prof. Dr. Klaus Junker
  • Dr. Sabine Hornung
  • Dr. Wolfram Brinker

Gruppe 4:

  • Ruth Kreis-Thies

 

 

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Geschichte des Instituts

 

 ZeitEreignis
Forum Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV)22. Mai 1946Wiedereröffnung der Universität Mainz.
23. Mai 1946Vorlesungsbeginn
1946Das Seminar für Klassische Philologie wird mit der Berufung von Prof. Dr. Wilhelm Süß für lateinische und Prof. Dr. Franz Dirlmeier für griechische Philologie eingerichtet.
1946Das Institut für Vor-und Frühgeschichte beginnt seine Arbeit. Den Lehrstuhl erhält Prof. Dr. Herbert Kühn.
1948Erstmals nach Kriegsende wird das Fach Ägyptologie von 1948-1953 von dem dänischen Ägyptologen Wolja Erichsen vertreten. Als Honorarprofessor unterrichtet er Altägyptisch, Demotisch und Koptisch innerhalb des Seminars für Orientkunde.
Frühjahr 1948Der Lehrstuhl für Klassische Archäologie wird eingerichtet. Er wird mit Prof. Dr. Roland Hampe besetzt.
1948-1958Die klassisch-archäologischen sowie vor- und frühgeschichtlichen Sammlungen werden parallel zum Aufbau der JGU wesentlich zwischen 1948 und 1958 aufgebaut.
10. September 1949Die Universität erhält eine neue Verfassung.
Oktober 1949Die erste Auslandsexkursion eines Arbeitsbereiches (Vor- u- Frühgeschichtliche Archäologie nach Frankreich) findet statt.
Logo VuFGAugust 1950In Mainz tagt der Prähistoriker-Kongress, der erstmals nach dem Krieg deutsche und ausländische Forscher zusammenbringt.
Frühjahr 1952Die erste Grabungskampagne des Instituts für Klassische Archäologie (in der Nähe des antiken Pithekussai) wird durchgeführt.
25. September 1952Richtfest für den Schönberger Hof.
1952Der Direktor des RGZM, Dr. Hans Klumbach, wird zum Honorarprofessor für Provinzialrömische Archäologie ernannt. Er lehrt am Archäologischen Institut.
27. Mai 1953Einrichtung einer akademischen Berufs- und Studienberatung
Schönborner Hof_RückseiteDezember 1953Das Archäologische Institut und das Institut für Alte Geschichte ziehen in den Schönborner Hof am Schillerplatz um.
1958Für Erich Reitzenstein wird ein persönliches Ordinariat eingerichtet. Dadurch entsteht ein zweiter Lehrstuhl für Latein.
Alte UniversitätEnde 1958Das Institut für Vor- und Frühgeschichte zieht in die Räumlichkeiten der Alten Universität in der Stadtmitte um.
6. März 1961Verabschiedung des Landesgesetzes über die Verfassung und Verwaltung der Johannes Gutenberg-Universität.
1963Zwischen 1963 und 1977 ist die Ägyptologie im Seminar für Klassische Philologie angesiedelt.
Philosophicum 3 Thomas Hartmann 20111968Das Institut für Vor- und Frühgeschichte und das Archäologische Institut ziehen in den Neubau der Philosophischen Fakultät auf dem Campus (Philosophicum).
1971In der Klassischen Philologie wird das Tutoren-System eingeführt.
1973Die Fachbereiche werden eingerichtet, die Philosophische Fakultät wird aufgelöst.
1980Gleichzeitig mit der Ernennung von Karl-Theodor Zauzich zum Professor wird ein eigenständiges „Seminar für Ägyptologie“ begründet.
SchönbornerHof1989Die Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie zieht in den Schönborner Hof am Schillerplatz um.
Pfeifferweg51993Das Fachgebiet Ägyptologie erhält Institutsstatus und zieht in den Pfeifferweg um.
Mitte der 1990er JahreRolf Gundlach richtet den Interdisziplinären Arbeitskreis „Nordafrikanisch-Westasiatische Studien“ ein, dessen Ziel die Beantragung und Etablierung des Sonderforschungsbereiches 295 (Kulturelle und sprachliche Kontakte) ist.
SFB2951996Der SFB 295 „Kulturelle und sprachliche Kontakte“ wird etabliert und über die volle Laufzeit gefördert. Im Zuge dessen wird die Altorientalistik in den beiden getrennten Disziplinen der Vorderasiatischen Archäologie und der Altorientalischen Philologie eingerichtet.
1996Die Professur für Vorderasiatische Archäologie wird mit Prof. Dr. Eva A. Braun-Holzinger besetzt. Die Professur wird am Institut für Ägyptologie angesiedelt.
Haft Tappeh1996Das DFG-finanzierte Grabungsunternehmen in Haft Tappeh/Iran unter der Grabungsleitung von Behzad Mofidi Nasrabadi wird nach Mainz geholt.
AKAN2000Der Gräzist Prof. Dr. Jochen Althoff holt den Arbeitskreis Antike Naturwissenschaften (AKAN) nach Mainz. Er tagt dort einmal im Jahr.
2001Mit einer neuen Professur für Altorientalische Philologie wird das wichtigste Nachbarfach der Vorderasiatischen Archäologie an der JGU Mainz verankert. Den Ruf erhält Prof. Dr. Doris Prechel.
Kaefer_Logo2001Der Freundeskreis Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V. zur Förderung von Studium, Lehre und Forschung des Faches Ägyptologie wird gegründet.
2002Das Institut für Ägyptologie erhält die umfassendere Bezeichnung „Institut für Ägyptologie und Altorientalistik“.
Schloss_Monrepos12003Eine Professur speziell für die Archäologie der Altsteinzeit wird neu eingerichtet. Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser wird Professorin am Institut für Vor- und Frühgeschichte und Leiterin des Monrepos Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.
2003Ein gemeinsamer B.A.-Studiengang „Archäologie“ wird eingerichtet.
FB072005Eine Fachbereichsreform führt zur Neugliederung der Fachbereiche.
2007Ein neuer Bachelor-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ wird eingerichtet.
November 2007Die Ägyptologin Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen erhält den Akademiepreis des Landes für ihre Tätigkeiten in Forschung und Lehre.
2010Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen erhält ein Fellowship des Gutenberg Forschungskollegs. Für ihre Vertretung wird eine zweite Ägyptologie-Professur eingerichtet, die mit Prof. Dr. Tanja Pommerening besetzt wird.
Helffant_300dpi_Ausschnitt2010Die Juniorprofessur „Paradigma Alte Welt“ wird mit Dr. Marion Gindhart besetzt.
Hegelstr22011Die Ägyptologie, Vorderasiatische Archäologie und Altorientalische Philologie ziehen in die Hegelstraße 59.
GRK2Oktober 2013Das DFG-Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung“ wird eingerichtet.
2013Die Hochschulleitung entfristet die Ägyptologie-Professur von Prof. Dr. Tanja Pommerening.
IAW2Oktober 2013Das Institut für Altertumswissenschaften wird als Zusammenschluss der heutigen Arbeitsbereiche gegründet.
Meschliches VerstehenJuli 2014Die Dauerausstellung „MenschlICHes VERSTEHEN“ wird in Monrepos eröffnet.
AKU2015Das Langzeitprojekt „Altägyptische Kursivschriften“ startet.
mainzedNovember 2015Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- u. Kulturwissenschaften (mainzed) wird ins Leben gerufen.
VARM2Dezember 2015In der Rhein-Main-Region entsteht mit dem Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM) ein bedeutendes Zentrum der Archäologie.
März 2016Das Institut erhält ein neues Logo und die Abkürzung IAW. Der erste Jahresbericht wird veröffentlicht.
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Jahresbericht 2015

 

Der vorliegende Bericht ist der erste seiner Art, den das Institut für Altertumswissenschaften (IAW) der JGU Mainz veröffentlicht. Er soll fortan jährlich erscheinen und jeweils einen Überblick über die Aktivitäten des Instituts liefern, das im Oktober 2013 gegründet wurde und sich aktuell in einem erfolgreichen Prozess des Zusammenwachsens befindet. Dieser Bericht, der die Präsentation der vielfältigen Aktivitäten eines auf vier Standorte verteilten und sechs Fächer umfassenden Instituts in einer gemeinsamen Veröffentlichung bündelt, ist Teil dieses Prozesses.

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Die zunehmend angespannte politische Lage in vielen Staaten Nordafrikas und Vorderasiens und die damit verbundene Verschlechterung der Sicherheitslage haben sich im vergangenen Jahr auch für manche Angehörige des Instituts bemerkbar gemacht, weil geplante Forschungsprojekte oder Exkursionen verschoben oder ganz abgesagt werden mussten.

2015 organisierten die Mitglieder des IAW neben zahlreichen Ausgrabungen, Prospektionen und Exkursionen nahezu 50 Gastvorträge und rund 20 Tagungen, Workshops und Konferenzen mit internationaler Beteiligung, darunter die erfolgreiche interdisziplinäre Ringvorlesung „Anfang und Ende. Vormoderne Szenarien von Weltentstehung und Weltuntergang“ die im WS 2014/15 unter der Leitung von Marion Gindhart und Tanja Pommerening stattfand und die paradigmatisch Fragestellungen und Methoden des GRK 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ einer breiteren Öffentlichkeit näher brachte. Zugleich repräsentierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IAW das Institut durch mehr als 150 gehaltene Vorträge innerhalb und außerhalb der JGU, die sich durch eine große Themenvielfalt auszeichneten.

Eine einzigartige thematische und methodische Bandbreite der Fächer und Disziplinen am IAW spiegelte sich 2015 auch in der Akkreditierung neuer Forschungsprojekte und Kooperationen wider, die im Folgenden nur beispielhaft genannt werden können: Im April startete das neue Akademievorhaben „Altägyptische Kursivschriften: Digitale Paläographie und systematische Analyse der Hieratischen und der Kursivschriften“ unter Leitung von Ursula Verhoeven-van Elsbergen (Arbeitsbereich Ägyptologie), das erstmals das Hieratische zum Gegenstand umfassender Grundlagenforschung macht. Mit Kollegen der Universität Würzburg arbeitet Marion Gindhart (Arbeitsbereich Paradigma Alte Welt) am Projekt „Opera Camerarii. Eine semantische Datenbank zu den gedruckten Werken von Joachim Camerarius d. Ä. (1500–1574)“. Es hat zum Ziel, das umfangreiche Œuvre Joachim Camerarius‘ bibliographisch sowie literatur- und wissenschaftsgeschichtlich zu erschließen. Am Arbeitsbereich Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie konnte Hans-Peter Kuhnen durch eine Förderung des Auswärtigen Amts ein Restaurierungsprojekt in Kooperation mit der Israel Nature and Parks Authority Jerusalem in Angriff nehmen („Return to Restore: Restaurierung des frühislamischen Kalifenpalstes Khirbat al-Minya (Israel)“. Seit Oktober wird am Arbeitsbereich Vorderasiatische Archäologie das Forschungsprojekt „Altorientalische Erinnerungskulturen“ unter der Leitung von Aaron Schmitt durch die Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert. Ausgehend von einer systematischen Materialsammlung besonders aussagekräftiger Funde aus vier mesopotamischen Fundorten soll eine umfassende Studie zur altorientalischen Erinnerungskultur Mesopotamiens vom 3. Jahrtausend bis zur Mitte des 1. Jahrtausends entstehen. Eines der Highlights des letzten Jahres war die u. a. von Christine Walde (Arbeitsbereich Klassische Philologie) organisierte internationale Tagung „Rom bei Nacht. Eine Kulturgeschichte von Schlaf und Traum im spätrömischen Reich“ vom 26. bis 28. November 2015. An der im Campo Santo Teutonico im Vatikan stattfindenden Veranstaltung konnten auch zahlreiche Studierende der JGU teilnehmen. Der Arbeitsbereich Klassische Archäologie ermöglichte zwei seiner Studierenden ebenfalls ein besonderes Forschungserlebnis: Im August führten sie fast drei Wochen lang in Teilen des Stadtgebietes des antiken Kaulonia eine geophysikalische Prospektion durch, die neue Erkenntnisse zu den bislang noch weitgehend unerforschten Stadtanlagen der archaischen bzw. spätklassischen Zeit generieren konnte. Eine gute Nachricht im Hinblick auf die Fortführung eines bedeutenden Grabungsprojekts erhielt im vergangenen Jahr der Arbeitsbereich Altorientalische Philologie: Die Finanzierung der Grabungen in Haft Tappeh (südwestlicher Iran in der heutigen Provinz Khuzestan) mit dem Ziel, die chronologischen Verhältnisse der Bauschichten am Fundort zu klären, wurde von der DFG erneut bewilligt. Die nächste Grabungskampagne konnte damit in Planung gehen.

Während 2015 zahlreiche Projekte und Forschungsvorhaben neu begonnen oder weiter vorangetrieben wurden, fanden auch einige ihren Abschluss, beispielsweise die Herausgabe eines umfangreichen internationalen Sammelbandes mit dem Titel „Ägyptologische ‚Binsen‘-Weisheiten I-II“ von Ursula Verhoeven-van Elsbergen und die Veröffentlichungen der mit summa cum laude bewerteten Dissertation von Rebekka Schirner („Inspice diligenter codices. Philologische Studien zu Augustins Umgang mit Bibelhandschriften und -übersetzungen“) sowie der Habilitationsschrift von Annemarie Ambühl („Krieg und Bürgerkrieg bei Lucan und in der griechischen Literatur. Studien zur Rezeption der attischen Tragödie und der hellenistischen Dichtung im Bellum civile.“). Zudem schloss zu Beginn des Jahres Sabine Hornung ihr Habilitationsverfahren mit großem Erfolg ab.

Bereits im Sommer wurde vom RGZM gemeinsam mit der JGU bei der Leibniz-Gemeinschaft ein Antrag auf Bewilligung eines Leibniz-WissenschaftsCampus „Archaeological Sciences in Mainz (ArSiM)“ eingereicht, an dem das Institut für Altertumswissenschaften maßgeblich beteiligt ist. Ziel ist es, eine koordinierende Infrastruktur zwischen RGZM und JGU zu schaffen, um die gemeinsame Einwerbung von Drittmittelprojekten an der Schnittstelle zwischen Archäometrie / Kulturwissenschaften zu vereinfachen und gemeinsame Lehrprogramme aufzubauen.

Ein Markstein 2015 war zudem die Gründung eines Archäologischen Netzwerks in der Rhein-Main-Region (VARM), dessen Grundstein mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 20. und 21. November an der JGU gelegt werden konnte. Aus dem Institut für Altertumswissenschaften sind neben der Klassischen Archäologie auch die Ägyptologie, die Vorderasiatische Archäologie und die Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie unmittelbar am Aufbau des Netzwerkes beteiligt. Die Altorientalische und Klassische Philologie sind als Partner in verschiedene, aus dem Netzwerk heraus entstehende Projekte eingebunden (s. dazu den Bericht zum VARM).

Erfreuliches gibt es auch aus dem Bereich Studium und Lehre zu berichten: Bei den archäologischen Bachelor-Studiengängen gab es grundlegende Veränderungen, die nach längerer Planung Ende des Jahres im Senat beraten und angenommen wurden und die bereits zum Sommersemester 2016 in Kraft treten werden (s. dazu den Bericht aus dem Studienbüro).

Personell gab es im letzten Jahr einige Wechsel. So konnte das IAW Alexander Pruß willkommen heißen, der die Professur für Vorderasiatische Archäologie antrat. Bereits im Oktober übernahm er zudem das Amt des Geschäftsführenden Institutsleiters von Wilhelm Blümer (Klassische Philologie). Im August 2015 trat unsere Bibliothekarin Alice Haubrich in den wohlverdienten Ruhestand ein. Alice Haubrich war seit September 1984 ununterbrochen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig und betreute seitdem die Fachbibliothek der Klassischen Philologie mit größtem Fachwissen und Umsicht. Später übernahm sie auch die Verantwortung für die Fachbibliotheken der Ägyptologie und Altorientalischen Philologie, der Slavistik und der Byzantinistik. Sie war für Generationen von Studierenden und für unsere gesamten Fächer bei der Literaturrecherche und -beschaffung stets eine äußerst hilfreiche, herzliche und unermüdliche Begleiterin. Die von ihr regelmäßig durchgeführte Bibliothektsinventur legte ebenso beredtes Zeugnis dafür ab, dass sie bis zuletzt in ständiger Sorge um unsere Bestände wirkte.

Je ein Forschungssemester begingen Tanja Pommerening, Christine Walde und Christopher Pare im Sommersemester sowie Marion Gindhart und Wilhelm Blümer im Wintersemester. Das Institut gratulierte vergangenes Jahr Ursula Verhoeven-van Elsbergen und Wilhelm Blümer zum 25-jährigen Dienstjubiläum. Getrauert wurde um Annalis Leibundgut, die von 1987 bis 1997 die Professur in der Klassischen Archäologie bekleidete und 2014 verstarb. Eine Gedenkfeier fand am 15. September 2015 statt.

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